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![]() Guete Daag Mit Interesse und Vergnügen habe ich mir den kleinen Film zur Fastenwähe auf youtube (>> direkter Link zum Film) angeschaut, in dem eine kleine Erinnerung an die leider inzwischen geschlossene Bäckerei mit den besten Nussgipfeln Basels weiterlebt. Ich erlaube mir zur Geschichte dieses Gebäcks eine weitere Variante zur Entstehungsgeschichte hinzuzufügen: ![]() Der Basler Bischof Johannes von Venningen war – wie seine Vorgänger und Nachfolger – immer in grossen Geldsorgen, da dieses armselige Bistum weniger Geld einbrachte, als es seinen Bischof kostete. Er konnte es sich zwar leisten, aus seiner Privatschatulle immer wieder grössere Summe für die Belange seines Territoriums einzuschiessen, doch schaute er auch immer wieder nach neuen Einnahmequellen. Diese waren aber gegen die Untertanen kaum durchzusetzen, da diese immer auf dem „Altherkommen“ beharrten. 1463 gelang es ihm nun, einen alten Bekannten Basels, Pius II., dafür zu gewinnen, dem Basler Bischof ein Privileg einzuräumen. Während der Fastenzeit war es nämlich nur gestattet, den Fisch im Olivenöl zu braten. Dieses war aber in den nördlichen Breitengraden sehr teuer. Um den Menschen im Bistum einen Ausweg und dem Bischof eine Geldquelle zu erschliessen, wurde das Ankengeld eingeführt. Der Bischof schickte in jede Stadt und in jedes Dorf einen Priester namens Wilhelm Dulkheiss. Der sollte von jedem Mann und jeder Frau, der oder die älter als 14 Jahre war, 3 Batzen einziehen. Dafür durften Sie dann den Fisch mit Butter statt mit Olivenöl braten. Offensichtlich wurde dieses Ankengeld aber von vielen nicht als religiöse Erleichterung, sondern als Steuer empfunden. In Reigoldswil beispielweise verweigerten alle die Zahlung. „Sunt rebelles“ schrieb der Eintreiber in seine kleine Buchhaltung. Plausibel ist, wenn auch nicht belegbar, dass die findigen Basler den Fisch im Butter bildhafter auslegten, als wohl von der päpstlichen Kanzlei gemeint. Da auch Fisch nicht für alle erschwinglich war, schufen sie ein Brotgebäck mit extrem viel Butter, das sie in Form eines Fisches während der Fastenzeit mit genügend Kalorien versorgte. Eine richtige Fastenwähe ist also nicht einfach langweiliger Brotteig mit Kümmel, wie er heute sinnloserweise in den meisten Bäckereien verkauft wird, sondern muss wohl so ähnlich sein wie das entsprechende Buttergebäck von Bachmann an der Schifflände. Se non è vero, è ben trovato. Freundliche Grüsse Prof. Dr. Kurt Weissen
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