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Gestenreich und mit innbrünstigem Wortfluss werden Anekdoten der Vergangenheit entrissen. Da wird Verwerfliches entblösst und Verborgenes entlarvt. Trotz seiner historischen Garderobe, mit rauhen Hosen und derbem Schuhwerk, ist der Grabmacherjoggi nicht von gestern. Auch aktuelle Kuriositäten und Verhältnisse werden mit scharfer Zunge kommentiert. ![]() Es gibt kaum ein Gebäude in Basel über das sich der Joggi nicht gerne wort- und anekdotenreich auslässt. Das ist verständlich, denn immerhin kennt er sie in seinem biblischen Alter schon sehr lange, wie etwa hier das St.Alban-Tor. ![]() Am Heuberg wird die die Geschichte des Ölbergbrunnen aufgerollt, wobei unvermittelt auch gleich die Ursprünge der Jeans und die Bedeutung der Zahl 42 geklärt werden. Solche erzählerischen Umwege sind bezeichnend für den Joggi. ![]() Vor Publikum hält der Joggi erschüttert Zwiesprache mit der Originalfassung von Oekolampads Steinskulptur. Der grosse Basler Geistliche hat altershalber einen Gesichtsverlust erlitten, und wirkt seither etwas angegriffen. ![]() Hier bietet der Grabmacherjoggi sein reiches Arsenal an Mimik und Gestik auf, um eine barocke Lappalie zu einer dramatischen Liebesgeschichte aufzublasen, wie sie selbst Shakespeare nicht eingefallen wäre. ![]() Um gut zu Fuss für seine Führungen zu sein, bedient sich der Grabmacher zwischen den Rundgängen einfacher Mittel. Der Lehre von Montsignore Sebastian Anton Kneipp folgend, wird hier die Duchblutung am Brunnen angeregt. ![]() Einige Schritte ob der Freien Strasse wird so eben die Entstehungsgeschichte von Niggi Stöcklins Pissoir-Laternchen ausgewalzt, welchem der internationale Ruhm eines Brüsseler Manneken-Pis bislang ungerecht versagt blieb. ![]() Verständlicherweise zieht es den alten Totengräber oft ans Totengässlein, an dessen Fuss er hier gerade über den Basler-Dybli-Briekasten (und das tragische Ableben seines Schöpfers Melchor Berri) referiert. ![]() Der Grabmacherjoggi ist trotz seines beruflichen Hintergrunds kein Kinderschreck und weiss auch jüngeres Publikum zu unterhalten. Schrecken verbreitet er nur mit spitzer Zunge, und auch nur unter jenen die er als würdige Gegner erachtet.
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